GoYogi-Gründerin Shruthi Kumar: Yoga und Achtsamkeit in die Schulen bringen

Zusammengestellt von: Team GI Jugend

(Mai 2, 2025) In der ersten Klasse probierte Shruthi Kumar im Rahmen eines Gemeinschaftsprogramms in ihrer Kleinstadt Nebraska zum ersten Mal Yoga aus. Umgeben von Rinderfarmen und Maisfeldern hätte sie nie gedacht, dass sanfte Dehn- und Atemübungen ihr so ​​schnell zum Leben erwecken würden. Doch schon damals spürte sie, wie Yoga ihren Geist beruhigte. „Yoga gibt dir die Kontrolle über deinen eigenen Körper“, erklärte sie später. Diese frühe Erfahrung begleitete sie auch in den stressigen Zeiten der Mittel- und Oberstufe, als sie zwischen Leistungskursen, Reden und Debatten sowie Sport manchmal bis 4 Uhr morgens an den Hausaufgaben arbeiten musste.

Eine Familienkrise löst eine Mission aus

In ihrem zweiten Highschool-Jahr erfuhr Shruthi, dass bei ihrer 13-jährigen Cousine Depressionen diagnostiziert worden waren. Aus nächster Nähe sah sie, wie wenig Möglichkeiten jungen Menschen zur Stressbewältigung zur Verfügung standen. Shruthi erinnerte sich daran, wie Yoga ihr geholfen hatte, Ruhe zu finden, und beschloss, diese positive Wirkung mit ihren Mitschülern zu teilen. Anstatt auf eine psychische Krise zu warten, wollte sie den Schülern einfache, alltägliche Übungen vermitteln, die sie jederzeit anwenden konnten.

Shruthi Kumar | Global Indian

Shruthi Kumar

Dies veranlasste sie 2017 zur Gründung von GoYogi. Sie reiste für eine intensive Yogalehrerausbildung nach Tamil Nadu in Indien und kehrte anschließend nach Hause zurück, um kurze Yoga- und Achtsamkeitssitzungen in den Schulalltag zu integrieren. Die Idee war einfach: Jeden Morgen fünf bis zehn Minuten mit einfachen Atem- und Dehnübungen verbringen, angeleitet von einem Lehrer oder mithilfe einer Smartphone-App.

GoYogi von Nebraska für die Welt aufbauen

Shruthi gründete GoYogi an ihrer eigenen High School und gründete dort einen Yoga-Club, der sich vor dem Unterricht traf. Lehrer und Schüler bemerkten bald Veränderungen in Konzentration und Stimmung. Ermutigt entwickelte Shruthi gemeinsam mit ihren Mitschülern eine App mit leicht verständlichen Achtsamkeitslektionen. Bis 2024 nutzten über 2,000 Schüler die GoYogi-App, die über 40 Lektionen in mehreren Sprachen – von Englisch und Spanisch bis Hindi und Portugiesisch – bietet.

GoYogis Reichweite reichte über Nebraska hinaus. Die gemeinnützige Organisation kooperierte mit Schulen in anderen Bundesstaaten und sogar mit Jugendzentren im Ausland und brachte bis Anfang 7,000 über 2024 Schülern Achtsamkeit bei. Studien zeigen, dass Yoga und Meditation in der Schule Ängste reduzieren, die Aufmerksamkeit verbessern und das allgemeine Wohlbefinden steigern können. Lehrer berichteten von ruhigeren Klassenzimmern und engagierteren Schülern, was GoYogis Versprechen als präventives Instrument zur Förderung der psychischen Gesundheit bestätigt.

Shruthi Kumar | Harvard | Globaler Inder

2019 erhielt GoYogi den Diana Award für soziales Engagement. Damit wurde Shruthi als Teenagerin geehrt, die wirklich etwas bewirkt hat. Die Anerkennung half der gemeinnützigen Organisation, Freiwillige zu gewinnen, kleine Zuschüsse zu sichern und Partnerschaften mit gemeinnützigen Organisationen aufzubauen, die sich auf die psychische Gesundheit von Jugendlichen konzentrieren.

Balance zwischen Wissenschaft, Aktivismus und Führung in Harvard

Im Jahr 2020 schrieb Shruthi Geschichte: Sie war die erste in ihrer Familie, die in den USA studierte. Sie schrieb sich an der Harvard University ein und studierte Wissenschaftsgeschichte und Wirtschaftswissenschaften mit Nebenfach Humanevolutionsbiologie. Diese Bereiche ermöglichten ihr, die wissenschaftliche Seite des Wohlbefindens zu erforschen – wie Körper und Geist interagieren und wie soziale Faktoren die Gesundheit beeinflussen.

Auf dem Campus unterrichtete Shruthi weiterhin informell Yoga und Achtsamkeit und leitete kostenlose Sitzungen für Kommilitonen. Sie war Mitbegründerin von Wellness Educators, einer Studentengruppe, die Peer-to-Peer-Unterstützung und Selbsthilfe-Workshops anbietet. Sie trat außerdem dem studentischen Gesundheitsbeirat von Harvard bei und wirkte an der Gestaltung von Richtlinien zur psychischen Gesundheit von Studenten mit.

Ihre Neugier führte sie auch in Labore und Behörden. Sie absolvierte ein Praktikum am University of Nebraska Medical Center und unterstützte dort die neurowissenschaftliche Forschung zu Stress und Kognition. Später arbeitete sie bei den Centers for Disease Control and Prevention (CDC), wo sie erlebte, wie öffentliche Gesundheitsprogramme die psychische Gesundheit der Bevölkerung fördern. Durch diese Erfahrungen vertiefte Shruthi ihr Verständnis dafür, wie Achtsamkeitspraktiken und wissenschaftliche Interventionen Hand in Hand gehen können.

Für Gleichberechtigung eintreten: Menstruationszugang und kulturelle Gemeinschaft

Shruthis Engagement für die Lösung praktischer Probleme ging über psychische Gesundheit hinaus. Als Präsidentin der Harvard South Asian Association organisierte sie kulturelle Veranstaltungen zur Feier indischer Traditionen und förderte die Gemeinschaft unter Studierenden fernab ihrer Heimat. Sie leitete außerdem eine Kampagne zur Verbesserung der Menstruationsgerechtigkeit auf dem Campus und stellte in fast jeder öffentlichen Toilette Spender mit kostenlosen Menstruationsprodukten auf. Vor ihrem Einsatz boten nur 24 Prozent der Toiletten kostenlose Produkte an; nach ihrer Kampagne lag diese Zahl bei fast 100 Prozent.

Mit Projekten wie diesen bewies Shruthi ihr Talent, Lücken in Unterstützungssystemen zu erkennen und Gleichgesinnte zu mobilisieren, um diese zu schließen. Ob sie sich für einen leichteren Zugang zu Menstruationsprodukten oder tägliche Achtsamkeitspausen einsetzte, sie konzentrierte sich auf Lösungen, die jeder nutzen konnte – und deren Umsetzung wenig bis gar nichts kostete.

Poesie, öffentliches Reden und persönliche Stimme

Neben ihrer gemeinnützigen und akademischen Arbeit pflegte Shruthi ihre kreative Seite. Sie begann bereits in der Mittelschule Gedichte zu schreiben und veröffentlichte diese in einer nationalen Jugendanthologie. Ihre Texte beschäftigten sich mit Themen wie Identität, Zugehörigkeit und der Verbindung von Körper und Geist – ganz im Sinne ihrer Arbeit mit GoYogi.

Öffentliche Reden wurden zu einem weiteren Ventil. In der High School nahm sie an Rede- und Debattenwettbewerben teil und schaffte es mit einem originellen Redebeitrag zum Thema Selbstreflexion ins nationale Finale. 2020 gewann sie außerdem den Wettbewerb „Voice of Democracy“ mit einem Radioessay über bürgerliche Verantwortung und Empathie.

Ihre Redekunst erreichte 2024 ihren Höhepunkt, als sie zur Le Baron Russell Briggs-Abschlussrednerin des Harvard College ernannt wurde. Vor Tausenden von Absolventen und Familien forderte sie ihre Kommilitonen zu Resilienz, Authentizität und Mitgefühl auf. In einem denkwürdigen Moment wich sie vom Skript ab, um ihre Solidarität mit anderen Studierendenaktivisten zu bekunden und bewies damit genau den Mut, für den sie sich schon lange eingesetzt hatte.

Teil einer breiteren Diaspora junger Changemaker

Shruthi Kumars Weg ist bemerkenswert – doch sie ist bei weitem nicht allein. Überall in den USA gründen indisch-amerikanische Jugendliche und junge Erwachsene gemeinnützige Organisationen, entwickeln neue Technologien und führen Gemeinschaftsbewegungen an. Sie verbinden kulturelle Werte – wie den Fokus auf Bildung, Gemeinschaft und Hilfsbereitschaft – mit amerikanischem Innovationsgeist und Unternehmertum.

Shruthi Kumar, die Teenagerin indischer Herkunft, die mit ihrer mutigen Rede bei der Harvard-Abschlussfeier weltweit für Aufsehen sorgte

Von technischen Wunderkindern, die KI-Tools für das Gemeinwohl entwickeln, bis hin zu studentischen Organisatoren, die für Klimagerechtigkeit kämpfen – diese Generation von Diaspora-Jugendlichen begegnet großen Herausforderungen mit frischen Ideen. Shruthis Fokus auf schulisches Wohlbefinden schließt eine wichtige Lücke in der psychischen Gesundheitsversorgung, während andere den Zugang zu Bildung, sauberem Wasser und gesunder Ernährung verbessern. Gemeinsam gestalten sie den Umgang ihrer Gemeinschaften – und der Welt – mit sozialen Problemen neu.

Ausblick: Eine Zukunft mit bewusster Wirkung

Während Shruthi sich auf ihren Abschluss vorbereitet und ins neue Kapitel aufbricht, wächst GoYogi weiter. Es ist geplant, die Funktionen der App zu erweitern – um Live-Kurse, Tools zur Stressbewältigung und Module zur Selbstfürsorge für Lehrer. Sie hofft außerdem auf eine Partnerschaft mit Schulbezirken und Gesundheitsämtern, um Achtsamkeit landesweit zu einem festen Bestandteil der Lehrpläne zu machen.

Ihre Geschichte begann auf einer ruhigen Yogamatte im ländlichen Nebraska. Heute findet sie in Klassenzimmern, Apps und öffentlichen Diskussionen über die psychische Gesundheit von Jugendlichen ihren Niederschlag. Durch die Kombination persönlicher Erfahrungen, wissenschaftlicher Erkenntnisse und eines praxisorientierten Ansatzes hat Shruthi Kumar ein Modell für präventives Wohlbefinden geschaffen, das überall anwendbar ist – genau wie ihr eigener Weg vom Maisfeld nach Harvard. Und für die Schüler, die in ihren angeleiteten Atem- und Dehnübungen Ruhe finden, könnte dieses Modell lebensverändernd sein.

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