(Oktober 18, 2025) Vielseitigkeit war schon immer das Markenzeichen der Architektin Apoorva Shroff. Von der Gestaltung des Hauses der Bollywood-Ikone Madhuri Dixit bis hin zur Gestaltung von Arbeitsräumen und Residenzen für namhafte Kunden wie SoftBank, Prestige Group, ChrysCapital, General Atlantic und die Jindals in Indien und China hat sie kontinuierlich erforscht, wie Design Erlebnisse verändern kann. Doch im Oktober 2023, auf dem Höhepunkt ihrer kreativen Reise, verspürte sie den Drang zur Neuerfindung.
Mitten in einem, wie sie es nennt, „kleinen Midlife-Reset“ verspürte Apoorva den starken Drang, etwas Neues zu lernen und über ihr bisheriges Design-Wissen hinauszugehen. Also packte sie ihre Koffer und reiste nach Bali, um an einem unglaublichen Bambus-Workshop teilzunehmen. Diese Erfahrung sollte eine der schönsten ihres Lebens werden und erinnerte sie daran, dass Neuerfindungen oft von unerwarteten Orten kommen. Damals wusste sie noch nicht, wann, wo und wie sie dieses Wissen mit nach Hause nehmen würde, doch einige Monate später fand es auf höchst bedeutsame Weise Eingang in ihre Arbeit.
Diese Reise der Wiederentdeckung fand ihren greifbarsten Ausdruck an der Ashoka University in Sonipat, wo ihr Projekt, eine atemberaubende Bambusinstallation mit dem Titel Die hungrige Raupe verbindet ökologisches Bewusstsein, Nachhaltigkeit und Kunstfertigkeit zu einem lebendigen Symbol der Erneuerung.
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Das Ashoka-Projekt: Natur trifft Lernen
Als Gründer und Chefdesigner von Lyth Design übersetzt der Architekt Apoorva Shroff Inspirationen, Ideen und Erinnerungen in effiziente und praktische Raumlösungen.
Wenn man die Ashoka-Universität in Sonipat betritt, ist die 650 Quadratmeter große, vollständig aus Bambus gefertigte Struktur nicht zu übersehen. Diese beeindruckende dreidimensionale Installation mit dem Titel Die hungrige RaupeDie Konzeption und Umsetzung dauerte über ein Jahr. Die Installation ist ein Symbol für kontinuierliches Lernen, Wachstum, Natur und Achtsamkeit.
Das 19 Meter hohe Gebäude, eingebettet in ein Blätterdach aus Bäumen, besteht aus schlankem, im 45-Grad-Winkel geflochtenem Bambus und ist mit Bambusmatten bedeckt, die für natürliche Beschattung sorgen. Es ist ein kraftvoller Ausdruck nachhaltiger Architektur, der mit seiner Umgebung harmoniert und gleichzeitig zum Nachdenken über die Beziehung zwischen Lernen und Ökologie einlädt.
Globale Ausbildung, lokale Wurzeln
Ökologische Architektur war von Anfang an ein zentraler Bestandteil von Apoorvas Arbeit. Ihre Faszination für dieses Gebiet begann schon früh, inspiriert durch die Geschichten ihrer Mutter über Architekten, die auf der Suche nach Inspiration um die Welt reisten.
„Mein Weg nahm eine entscheidende Wendung, als ich meinen Masterabschluss an der University of California, Los Angeles (UCLA) machte. Das Auslandsstudium brachte mir nicht nur globale Designphilosophien näher, sondern lehrte mich auch, wie man ein kreatives Büro führt – wie man Teams leitet, Innovation und Praktikabilität in Einklang bringt und eine Kultur fördert, in der Nachhaltigkeit und Ästhetik nebeneinander bestehen. Die UCLA zeigte mir, dass ein erfolgreiches Studio von Vision, Zusammenarbeit und strukturierter Problemlösung lebt – Lektionen, die ich bei Lyth Design jeden Tag mitnehme“, erklärt sie.
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Gestaltungsdetail
Nach ihrem Studium an der UCLA kehrte Apoorva 2006 als Partnerin bei reD nach Indien zurück. Gemeinsam mit den Gründerarchitekten spielte sie eine entscheidende Rolle beim Aufbau des damals noch jungen Unternehmens und arbeitete an Projekten, die eine Brücke zwischen Architektur und Innenarchitektur schlugen.
Über zwei Jahrzehnte hinweg hat Apoorva ein Büro aufgebaut, das Kundenerwartungen mit experimentellem, durchdachtem Design in Einklang bringt. Ihre frühen Projekte im Wohn- und Gewerbebereich entwickelten sich zu groß angelegten Projekten, darunter Kooperationen mit der Ashoka University und anderen prestigeträchtigen Projekten. Dabei setzte sie sich stets für nachhaltige Materialien und innovative Bautechniken ein und stellte sicher, dass jedes Design kontextbezogen und umweltbewusst ist.
Sie gründete Lyth Design im Jahr 2022 mit der Vision, eine Boutique-Praxis zu schaffen, die Inspirationen in praktische, schöne Räume verwandelt. Heute ist Lyth Design für seine Balance aus Ästhetik, Nachhaltigkeit und Technologie bekannt, integriert Werkzeuge wie 3D-Druck und erforscht auf bahnbrechende Weise neue Materialien.
Jedes Projekt von Apoorva beginnt mit dem Verständnis des Standorts, des Klimas und des Ökosystems. „Mein Umgang mit Materialien spiegelt diese Philosophie wider: Ob Bambus, recycelter Kunststoff oder 3D-gedruckter Beton – ich suche nach Lösungen, die die Umweltbelastung reduzieren und gleichzeitig Schönheit und Funktionalität schaffen“, sagt sie.
Internationale Plattformen
Ihre globale Präsenz hat ihr Anerkennung auf internationalen Plattformen eingebracht. Apoorva war Mitglied der FRAME-Jury und der INDE-Jury (2023–24) und bewertete einige der innovativsten Architekturarbeiten weltweit. „Die Arbeit in den Jurys von FRAME und INDE war sowohl ernüchternd als auch inspirierend. Sie gab mir die Möglichkeit, mit herausragenden Talenten aus aller Welt zusammenzuarbeiten, unterschiedliche Designphilosophien kennenzulernen und an Gesprächen über die Zukunft von Architektur und Design teilzunehmen. Diese Erfahrung bestärkte meinen Glauben an die Kraft der Zusammenarbeit und die Verantwortung, die Architekten bei der Gestaltung nicht nur von Gebäuden, sondern auch von Gemeinschaften und Ökosystemen tragen“, erklärt sie.

Apoorv Shroff während des Bambus-Workshops auf Bali
Apoorva engagiert sich auch durch ihre Lehrtätigkeit für die nächste Architektengeneration, was, wie sie zugibt, ein äußerst bereichernder Teil ihres Werdegangs war. „Neben der Balwant Sheth School of Architecture habe ich auch an der Bhartiya Vidyapeeth School of Architecture in Pune unterrichtet, wo ich mit Studierenden an der Entwicklung durchdachter Wohnprojekte für Künstler und Prominente gearbeitet habe. So habe ich beispielsweise den Entwurf von Madhuri Dixits Haus vorgestellt und Einblicke in die Umsetzung persönlicher Geschichten in räumliche Lösungen unter Berücksichtigung der Balance zwischen Ästhetik und Funktionalität gegeben. Mein Ziel ist es, der nächsten Generation nicht nur technische Fähigkeiten zu vermitteln, sondern auch die Denkweise, Konventionen zu hinterfragen und Räume zu schaffen, die sinnvoll, verantwortungsvoll und beständig sind“, sagt sie.
Das Beste aus beiden Welten
Apoorva Shroff glaubt daran, das Beste aus beiden Welten zu vereinen: einerseits dem reichen Kultur- und Designerbe Indiens treu zu bleiben und andererseits offen für globale Perspektiven und Praktiken zu sein. „Es bedeutet, internationales Wissen mit nach Hause zu nehmen, es an lokale Kontexte anzupassen und einen sinnvollen Beitrag zum indischen und globalen Designdiskurs zu leisten“, sagt sie. Ihr Weg war mit Herausforderungen verbunden. Die größte bestand darin, Kunden und Partner davon zu überzeugen, unkonventionelle Materialien oder nachhaltige Praktiken zu verwenden. „Das Überwinden dieser Herausforderungen erforderte Geduld, Weiterbildung und Demonstration. Eine weitere Herausforderung bestand darin, die Grenzen des Designs zu erweitern und gleichzeitig die Machbarkeit im Auge zu behalten. Ich habe gelernt, dass durchdachte Zusammenarbeit, Beharrlichkeit und klare Kommunikation entscheidend sind. Außerdem möchte ich hinzufügen, dass es bei diesem Weg ebenso sehr um persönliches Wachstum wie um beruflichen Erfolg geht“, meint sie.
Die Architektin lässt sich von der Natur, von Materialien und den unendlichen Möglichkeiten der Kreativität inspirieren. „Ständiges Lernen motiviert mich sehr, sei es von Mentoren, Kollegen, Studenten oder auch von den Baustellen, auf denen ich arbeite. Neugier und Ausdauer gehören untrennbar zusammen. Betrachten Sie Herausforderungen als Chance zum Wachsen und gestalten Sie verantwortungsvoll – nicht nur für die Gegenwart, sondern auch für die Zukunft“, sagt sie.

Apoorva Shroff
Lebensziele
Apoorva möchte weiterhin nachhaltige Materialien und Bautechniken erforschen und sich dabei auf Bildung, Forschung und Innovation konzentrieren. „Ich hoffe, Projekte durchführen zu können, die sowohl „Umweltbewusst und kulturell sensibel, während ich gleichzeitig die Arbeit des Studios auf große institutionelle und öffentliche Räume ausweite. Über die Praxis hinaus möchte ich weiterhin unterrichten, betreuen und die nächste Generation dazu inspirieren, kritisch über Design und seine Auswirkungen auf die Welt nachzudenken“, schließt sie.
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