Name: Sarah Angel | Universität: ESIEE Paris unter der Université Gustave Eiffel | Kurs: Master in Management von Technologie, Informationssystemen | Standort: Frankreich
Wichtige Erkenntnisse
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Das technologieorientierte Umfeld Hyderabads und der Einfluss ihres Vaters weckten Sarahs frühe Leidenschaft für Technologie.
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Ihr Informatikstudium in Indien und ihre Erfahrungen bei Cognizant stärkten ihre technischen Grundlagen und weckten ihr Interesse an technologiegetriebener Strategie.
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Inspiriert von ihren Schwestern in der französischen Raumfahrtbranche, strebt Sarah einen Master-Abschluss an der ESIEE Paris an, um internationale Erfahrung zu sammeln.
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In Frankreich lernt sie, ein anspruchsvolles Studium mit kultureller Anpassung, Unabhängigkeit und einem gemächlicheren Lebensrhythmus in Einklang zu bringen.

Mit 26 Jahren repräsentiert Sarah Angel eine neue Generation indischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die ihre akademischen Werdegänge über Kontinente hinweg mit Klarheit und Mut gestalten und dabei ihre Branchenerfahrung nutzen, um ihre globalen Ambitionen zu verwirklichen. Aufgewachsen in Hyderabad, einer Stadt, die Kultur und Technologie auf pulsierende Weise vereint, hat Sarah diesen Geist mit nach Paris genommen, wo sie einen Master in Management of Technology and Information Systems absolviert. ESIEE Paris.
Aufgewachsen mit Technologie
Sarah verbrachte ihre frühen Jahre in einem Hyderabad im rasanten Wandel. Sie beschreibt ihre Kindheit als unbeschwert, voller Entdeckungen und großer Geborgenheit. „In Hyderabad aufzuwachsen, bot mir das Beste aus beiden Welten: tief verwurzelte Traditionen und die Möglichkeit, in einer sich schnell entwickelnden Technologieszene mitzuwirken“, sagt sie.
Ihr Vater spielte eine besonders prägende Rolle. Als zielstrebiger Technologieexperte, der ein Computerunternehmen leitete, Websites erstellte und später bei IBM umfangreiche Datenbankinfrastrukturen verwaltete, brachte er die Technologie auf eine zugängliche und inspirierende Weise in ihr Zuhause.
„Mein Vater löste Probleme mit so viel Leidenschaft, dass ich Technologie nicht nur als Schulfach, sondern als Mittel zum Erschaffen, zum Bauen und zum Verbessern des Lebens wahrnahm“, erinnert sie sich. Dieses Umfeld förderte ihren Instinkt, Dinge auseinanderzunehmen, ihre Funktionsweise zu verstehen und Systeme logisch zu entwickeln: eine Neugier, die ihre akademischen und beruflichen Entscheidungen prägen sollte.
Aufbau eines starken Fundaments
Sarah absolvierte ein Bachelorstudium der Informatik an der Universität von Massachusetts. Technische Universität Jawaharlal NehruDort vertiefte sie sich in Programmierung, maschinelles Lernen und fortgeschrittene Informatikkonzepte. Projekte mit IBM Watson, Blockchain-Modulen und kognitivem Computing schärften sowohl ihr technisches Verständnis als auch ihre Innovationsfreude.
Ihr Einstieg in die Unternehmenswelt begann bei Cognizant, wo sie zweieinhalb Jahre lang als Programmieranalystin in Ausbildung zur Junior-Softwareentwicklerin tätig war. Als Backend-Entwicklerin, die hauptsächlich mit Java, Spring Boot, SQL und agilen Teams arbeitete, trug sie zu Leistungsverbesserungen, neuen Integrationen und geschäftsorientierten digitalen Transformationen bei.

„Am meisten hat mir gefallen, zur digitalen Transformation von Unternehmen beizutragen: sei es durch die Verbesserung der Codequalität, die Integration neuer Technologien oder die Ausrichtung an den Kundenzielen“, sagt sie. „Dadurch wurde mir die Bedeutung der Verbindung von Technologie und Strategie bewusst.“ Diese Erkenntnis legte den Grundstein für ihren nächsten Schritt: zu verstehen, wie Technologie auf Unternehmensebene funktioniert – nicht nur als Code, sondern als skalierbarer Motor für Unternehmenswachstum.
Der Wendepunkt, der sie ins Ausland führte
Während sie in Hyderabad ihre Karriere vorantrieb, waren ihre beiden Schwestern nach Frankreich gezogen, um dort ein Aufbaustudium zu absolvieren und arbeiteten schließlich als Ingenieurinnen im Raumfahrtsektor, wo sie Systeme entwickelten und Raketen bauten. Ihr Erfolg war für sie eine starke Motivation. Sie sagt: „Zu sehen, wie sie im Leben – im wahrsten Sinne des Wortes und beruflich – neue Höhen erreichten, war unglaublich inspirierend. Zu erleben, wie sie an Selbstvertrauen gewannen und große Verantwortung übernahmen, bestärkte mich in dem Glauben, dass auch ich höhere Ziele erreichen konnte.“
Bei einem ihrer Besuche in Frankreich führte eine ihrer Schwestern sie durch ihren Arbeitsplatz. Es war ein Augenöffner: Ein Augenblick, in dem die Welt plötzlich größer und erreichbarer erschien. Sarah sagt: „Ich wollte mich selbst herausfordern, meinen Horizont erweitern und weiterlernen. Nach Frankreich zu kommen, fühlte sich wie der logische nächste Schritt an.“
Eine Mischung aus Bildung, Kultur und Lebensqualität
Für Sarah war die Entscheidung, nach Frankreich zu ziehen, nicht allein akademischer Natur: Es ging ihr auch um eine bestimmte Lebensart. „Frankreich war einfach die richtige Wahl“, sagt sie. „Das Bildungssystem ist hervorragend, aber auch die Lebensqualität. Die Menschen legen Wert auf Ausgewogenheit, die Gespräche sind tiefgründig, und selbst einfache Dinge wie ein Marktbummel oder eine Pause im Park geben einem ein Gefühl von Bedeutung.“

Sie bewunderte, wie ihre Schwestern nicht nur beeindruckende Karrieren aufgebaut, sondern auch ein Zugehörigkeitsgefühl entwickelt hatten: vom Erlernen der französischen Sprache bis hin zur Integration in multikulturelle Teams. Sie sah Frankreich als einen Ort, an dem sie sich intellektuell, persönlich und global weiterentwickeln konnte.
Ihre Suche führte sie schließlich zu ESIEE Paris, einem Teil der Université Gustave Eiffel, wo sie den Masterstudiengang belegte, der Technologie und Management verbindet. „Als ich auf den Studiengang stieß, wusste ich sofort, wonach ich gesucht hatte“, erklärt sie. „Dort werden Hybridmanager ausgebildet: Menschen, die sowohl die technische als auch die wirtschaftliche Welt beherrschen und diese beiden Bereiche miteinander verknüpfen können.“
Die Programmstruktur – zwei Semester Kursarbeit gefolgt von einem sechsmonatigen Praktikum – bot praktische Erfahrung und Einblicke in die Branche. Themen wie digitale Transformation, Projektmanagement, Datenanalyse und Systemdesign passten perfekt zu ihren Karrierezielen.
Der französische Lernstil
Sarah merkte schnell, dass sich ihr Studium in Frankreich grundlegend von ihren akademischen Erfahrungen in Indien unterschied. „In Indien ist das Bildungssystem tendenziell strukturierter und prüfungsorientierter“, sagt sie. „In Frankreich hingegen wird mehr Wert auf selbstständiges Lernen, kritisches Denken und Zusammenarbeit gelegt.“
Ihre Kurse umfassen oft Studierende aus aller Welt, was ihr neue Einblicke in Teamarbeit und Kulturen ermöglicht. Ein besonders einprägsames Projekt war die Zusammenarbeit mit Studierenden aus Finnland an einer Fallstudie im Projektmanagement: eine Erfahrung, die ihr verdeutlichte, wie kulturelle Unterschiede Kommunikationsstile, Zeitpläne und Erwartungen beeinflussen.

Sich an das Leben in Frankreich anpassen
Obwohl sie erst vor wenigen Monaten nach Frankreich kam, hat sich die junge Studentin bereits gut eingelebt. Der Übergang verlief jedoch nicht ohne Herausforderungen. Sie erzählt: „Sich gleichzeitig an ein neues Land, eine neue Sprache und einen neuen Lebensstil zu gewöhnen, war nicht einfach. Selbst Kleinigkeiten, wie das Lesen eines Briefes im Briefkasten, können sich wie eine große Hürde anfühlen, wenn alles fremd ist.“
In unsicheren Momenten schöpft sie oft Kraft aus dem Rat ihrer Mutter. „Sie sagt immer: ‚In der Bequemlichkeit wächst nichts. Mach einen Schritt nach vorn, und Gott wird die nächsten zehn für dich tun.‘ Dieser eine Satz motiviert mich immer wieder.“ Langsam hat Sarah begonnen, sich an das gemächlichere Tempo des französischen Lebens zu gewöhnen. „Hier geht alles langsamer und bewusster zu. Die Menschen schätzen Ausgewogenheit, Pausen und Qualität. Das hat mich gelehrt, langsamer zu machen und präsenter zu sein“, erklärt sie.
sich eine eigene Gemeinschaft suchen
Die Gemeinschaften, die sie gefunden hat – sowohl indische als auch internationale – haben ihr den Einstieg erleichtert. „Ich habe hier ein paar indische Kommilitonen, und sie waren unglaublich hilfsbereit, sei es bei Papierkram, beim gemeinsamen Kochen oder einfach nur, weil sie tolle Leute zum Zeitverbringen sind“, sagt sie. Auch das Erasmus Student Network (ESN) hat sie schnell für sich entdeckt. „Sie organisieren fast täglich Veranstaltungen, und es ist eine super Möglichkeit, Leute aus aller Welt kennenzulernen“, fügt sie hinzu. „Dadurch habe ich mich als Teil von etwas Größerem gefühlt.“
Angesichts zunehmender Restriktionen in den USA und weltweit verschärfter Einwanderungsbestimmungen entwickelt sich Frankreich zu einem attraktiven Ziel für junge indische Studierende. Sie bestätigt: „Frankreich wird immer einladender. Die Bildungsqualität ist hoch, die Unterstützungssysteme sind gut und die Berufsaussichten nach dem Studium verbessern sich stetig. Man hat wirklich das Gefühl, dass man uns hier halten und fördern möchte.“ Für Studierende, die sich für Technologie, digitale Transformation, KI und Ingenieurwesen interessieren, rückt Frankreich zunehmend in den Fokus der internationalen Forschung.

Auch wenn Sarah sich akademisch etabliert hat, lässt sie sich Zeit für Freude, Neugier und Entdeckergeist. An den Wochenenden streift sie durch Paris, entdeckt Cafés, nimmt an Studentenaktivitäten teil oder genießt einfach ruhige Nachmittage in Buchhandlungen. Zuhause kocht sie leidenschaftlich gern – besonders gern experimentiert sie mit indischen Gerichten, die sie mit französischen Zutaten zubereitet – und singt, was sie als ihren emotionalen Anker bezeichnet.
Blick in die Zukunft
Sarahs Geschichte, die in Hyderabad begann und sich in Frankreich fortsetzt, steht noch am Anfang. Doch ihre Zielstrebigkeit ist unverkennbar. Sie baut sich nicht nur eine Karriere auf, sondern entwickelt eine Weltanschauung, geprägt von Kulturen, Systemen und globalen Erfahrungen. Jungen Inderinnen und Indern, die ein Auslandsstudium in Erwägung ziehen, insbesondere Frauen, gibt sie einen einfachen, aber wirkungsvollen Rat: „Kommt mit Offenheit und Lernbereitschaft – nicht nur im akademischen Bereich, sondern auch in Bezug auf Menschen, Kulturen und euch selbst“, sagt sie zum Abschied.
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